Erfahrungsbericht mit Polsinelli 200L

Da die Nachfrage nach unserem Bier steigt und der Nußbacher Weihnachtsmarkt naht, haben wir vor paar Wochen einen neuen motorisierten 200l Brautopf von der italienischen Firma Polsinelli gekauft. Außerdem haben wir diverses Zusatzequipment angeschafft, die ich unten auch kurz aufgelistet habe.

Tabelle_polsinelli

  • Ich habe zusätzlich Schlauchschnellkupplungen angeschafft (Geka-System)
  • Das Topfuntergestell mit verstellbaren Füßen (für Nivellierung) ist eine Eigenfertigung
  • Zur Warmwasserzubereitung habe ich meine alten Einkocher verwendet und in einem isolierten Kunststoffeimer zwischengelagert.

Das Brauen mit dem neuen Topf:

Der Motortopf funktioniert einwandfrei, wobei ich den Eindruck hatte, dass die Maische nicht genug nach oben gefördert wird und teilweise mit den Paddeln mitdreht. Eine kräftige Durchmischung von unten nach oben ist nicht gegeben. Die Paddelanordnung werde ich noch optimieren und ein Prallblech könnte auch helfen.

Ich habe zuerst den Hauptguss erhitzt, anschließend eingemaischt und danach mit dem Gasbrenner nachgeheizt / nach oben korrigiert damit ich auf die gewünschte Rasttemperatur komme. Da ich in Foren gelesen habe, dass der eingebaute Thermometer nicht zuverlässig sei, habe ich ständig mit meinem Taschenthermometer nachkontrolliert. Am Anfang haben die zwei Werte miteinander übereingestimmt. Dann fing die Temperatur auf meinem Taschenthermometer über meine gewünschte Rasttemperatur zu steigen.

Die Maische Maische wurde überhitzt

  1. Diese Überhitzung war die Folge des Nachheizens mit dem Gasbrenner und das Topfuntergestell hat Wärmeenergie gespeichert, die ich nicht berücksichtigt habe.
  2. Ich habe nicht daran gedacht, dass die Wärme in einer 200l Maische im Gegensatz zu einem 30l Topf sich deutlich langsamer ausbreitet.

Da ich eine niedrigere Maltoserast-Temperatur gewählt habe, war das Bier noch zu retten.

Die Lehre davon ist:

  • Man muss diese zwei Faktoren berücksichtigen und Temperaturkorrekturen vorsichtiger vornehmen oder mit kleineren Infusionen statt dem Gasbrenner korrigieren.
  • Ich habe bei 62° eingemaischt und wollte mit einer Dekoktionspartie auf die Verzuckerungstemperatur kommen. Nächstes Mal werde ich nur Infusionsverfahren verwenden. Dann wird die Temperatursteuerung zuverlässiger als mit dem Gasbrenner. (Die Dekoktion erfolgte in einem Weck-Topf)

Also wenn man weiß wie, funktioniert der Polsinellitopf super und ist eine geldbeutelschonende Alternative zu teureren Anlagen.

Zwei Weck-töpfe reichen auch nicht aus um genügend Läuterwasser bereitzustellen. Ich würde mir einen zweiten 200 l Topf kaufen wo ich die benötigten Wassermengen zur Infusion und zum Läutern mühelos produzieren kann. So wäre es auch möglich den Maischtopf zu isolieren.

Der 70€ Senkboden vom Polsinell war auch super. Es gab keine Verstopfungen und das Läutern lief traumhaft. Ich habe das Läuterwasser provisorisch über das Maischepaddel manuell verteilt. Später kaufe ich mir ein Wasserverteilerblech.

Weitere Komponenten am Brautag:

Die Pumpe:

Die Pumpe funktioniert super. Sie ist eine sehr günstige Alternative um Würze umzupumpen. Nach der Kochphase habe ich meine Würze auf knapp unter 80°C mit kaltem Wasser; auf meine gewünschte Stammwürze zurückverdünnt. Mit einem Maischepaddel habe ich einen Whirlpool erzeugt. Mit der Pumpe habe ich die Würze dann schonend durch meinen Hopback in den Gärtank gepumpt.

Der Wärmetauscher

Jetzt habe ich die Schläuche mit dem Plattenkühler verbunden. Der Kühler arbeitete sehr effektiv, die 200l Ausschlagwürze wurde in weniger als eine halbe Stunde vom 80°C auf etwa 20°C gekühlt. Eine Teilmenge des warmen Kühlwassers habe ich in diversen Behältern aufgefangen und anschließend zum Reinigen verwendet.

Der Gasbrenner:

Einfach nur gewaltig, ein sehr gut belüfteter Raum ist aber Pflicht. Bringt die Würze schnell zum Kochen und mit weniger als der halben Leistung lässt er die Würze schön gleichmäßig sieden.

Zusammengefasst war ich mit der neuen Anlage sehr zufrieden, jetzt ist 200l rotes IPA im Gärtank und ich kann kaum erwarten es zu probieren. Man kann ja klar vieles optimieren und es stehen noch weitere Investitionen an. Wäre aber auch langweilig wenn alles beim ersten Mal perfekt laufen würde…

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